Oderbruch

Das Oderbruch ist eine einzigartige Landschaft im Osten des Bundeslandes Brandenburg nördlich von Frankfurt (Oder). In der vergleichsweise dünn besiedelten Region gibt es viel zu entdecken und zu erleben.

Das in Deutschland einzigartige Binnendelta erstreckt sich von Reitwein im Süden etwa 60 Kilometer in nordwestlicher Richtung bis Bad Freienwalde und Oderberg. Im Westen wird die Region durch die Hochflächen des Landes Lebus sowie des Barnim begrenzt. Eine Besonderheit stellt die Neuenhagener Insel im Norden des Oderbruchs dar. Während der westlich der Oder gelegene Teil im 18. Jahrhundert unter der Herrschaft von König Friedrich II. in einen Flusspolder umgewandelt wurde, hat sich im deutlich kleineren Teil östlich der Oder, welches heute zu Polen gehört, das ursprüngliche Feuchtgebiet erhalten.

Es lohnt sich, im Oderbruch auf Entdeckungsreise zu gehen, denn es gibt eine ganze Menge zu sehen. In den einstigen Kolonistendörfern sind noch zahlreiche, in Fachwerkbauweise errichtete Siedlerhäuser zu sehen. Viele davon wurden nach der Wende liebevoll restauriert und sind ein toller Blickfang. Besonders reizvoll ist das historische Gebäudeensemble in Neulietzegöricke mit zahlreichen Kolonistenhäusern. Ebenfalls sehenswert sind die Altdörfer Altwustrow, Altwriezen oder Neulewin. Nicht minder attraktiv ist auch das Freilichtmuseum in Altranft mit sehenswerten Bauwerken und einem wunderschönen Herrenhaus. Auch die Schlossanlage in Neuhardenberg, die Klosterkirche Altfriedland mit den Klosterruinen oder das historische Schul- und Gebetshaus in Wuschewier lohnen einen Abstecher.

Aber auch die zahlreichen Kriegsgräberstätten gehören zum Oderbruch, war die Region östlich von Berlin am Ende des 2. Weltkriegs doch ein grauenvolles Schlachtfeld. So ist von der berühmten Stülerkirche in Reitwein nur der weithin sichtbare Turm erhalten, während das Kirchenschiff nur als Ruine erhalten blieb.

Das Oderbruch lässt sich ausgezeichnet mit dem Fahrrad erkunden, gibt es doch ein gut ausgebautes Radwegenetz ohne Steigungen, welches die Dörfer und Städtchen miteinander verbindet. Für Radtouristen auf dem Oder-Neiße-Radweg lohnt es sich, Abstecher in das Binnendelta zu unternehmen. Auch Wassersportler kommen hier zu ihrem Recht und auf der Alten oder Stillen Oder lässt sich das Oderbruch aus einer völlig anderen Perspektive kennen lernen. An verschiedenen Ausleihstationen lassen sich Kanus oder Kajaks für reizvolle Paddeltouren auch mieten. Das nette Städtchen Bad Freienwalde am nordwestlichen Rand des Oderbruchs besitzt das einzige Moorheilbad in Brandenburg.

Auch kulturell hat das Oderbruch einiges zu bieten. In dieser Region haben sich verschiedene Künstler niedergelassen und das Theater am Rand in Zollbrücke hat sich einen ausgezeichneten Ruf erworben. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Kulturhafen Groß Neuendorf mit verschiedenen Einrichtungen.

Nach und nach werden auf den folgenden Seiten auch die Städte und Gemeinden des Oderbruchs ausführlich in Wort und Bild vorgestellt